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Der Kapitalmarkt wird für Mittelständler attraktiver

Der Kapitalmarkt allgemein ist für den Mittelstand in den letzten Jahren attraktiver geworden. Allerdings werden Attraktivität und Risiken von potenziellen Emittenten und Nicht-Emittenten sehr unterschiedlich eingeschätzt. Über die Hälfte der befragten Mittelständler hält den Kapitalmarkt im Allgemeinen schon heute für attraktiv. Bei der Bewertung der Chancen des Kapitalmarktes für das eigene Unternehmen sieht die Bewertung jedoch pessimistischer aus. Hier sind lediglich 33 % der Befragten davon überzeugt, dass sie sich erfolgreich am Kapitalmarkt finanzieren können. Für die nahe Zukunft steigt dieser Wert aber auf über 50 % Besonders interessant ist für deutsche Mittelständler der Markt für Fremdkapital, für den sich immerhin 40 % begeistern. 18 % fokussieren sich primär auf den Markt für Eigenkapital. Eine gleichzeitige Finanzierung über Eigen- und Fremdkapital kommt für die meisten Mittelständler eher nicht in Betracht, denn nur 6 % überlegen in diese Richtung.

Potenzielle Emittenten zeichnen sich durch einen vergleichsweise hohen Kapitalbedarf aus und sehen den Kapitalmarkt als eine attraktive Finanzierungsmöglichkeit an. Fast drei Viertel der Emittenten planen eine Ausweitung des Finanzierungsvolumens über den Kapitalmarkt. Die Mittel der Geldgeber sollen vor allem für organisches und anorganisches Wachstum eingesetzt werden, aber auch Prozessoptimierungen stehen auf der Agenda. Mittelständler, die mit dem Gedanken einer Kapitalmarktfinanzierung spielen, nutzen bereits ein vielfältiges Portfolio an Finanzierungsinstrumenten. Im Vergleich zu den Nicht-Emittenten nutzen sie Mezzanine, Schuldscheine und die Thesaurierung von Gewinnen häufiger. Dafür profitieren sie weniger häufig als Nicht-Emittenten von Gesellschafterbeiträgen und Private Equity.

Durch die Diversifizierung der Finanzierungsinstrumente werden klassische Finanzierungsformen wie der Bankkredit sicherlich nicht irrelevant, aber werden relativ gesehen Bedeutung einbüßen. Potenzielle Emittenten sowie Nicht-Emittenten planen, 15 % bzw. 7 % weniger Bankkredite in den nächsten Jahren aufzunehmen. Beschaffungsrisiken, d.h. Zugang und Preisstabilität, zählen für rund die Hälfte der potenziellen Emittenten zu den größten Risiken. Es folgen Finanzierungsrisiken mit 36 %, Absatz- und Wettbewerbsrisiken mit jeweils 33 % der Nennungen. Finanzierungsrisiken sind für potenzielle Emittenten zumindest kurzfristig kritisch und deutlich wichtiger als für Nicht-Emittenten. Langfristig werden die Finanzierungsrisiken jedoch als weniger risikobehaftet eingestuft als bei Nicht-Emittenten.

Haufe, 17.01.2012 | drucken | Ganzer Artikel hier

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