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Soviel kostet ein Mini-Jobber tatsächlich

Zum 01. Januar 2013 wurde die Verdienstgrenze für Mini-Jobber von bislang 400,- Euro auf 450,- Euro angehoben. Zusätzlich werden auch abgaben für Steuern und Sozialversicherung erhoben. Was heißt das für Arbeitgeber? Zunächst einmal wird unterschieden, ob der Minijobber in Privathaushalten oder in Unternehmen beschäftigt ist, das kann Einfluss auf die Gesamtbelastung des Arbeitgebers haben. Hat eine Person mehre Minijobs nebeneinander, muss darauf geachtet werden, dass die Grenze von 450,- Euro nicht überschritten wird. Angenommen, dass eine Putzhilfe im Privathaushalt wöchentlich vier Stunden für 10,- Euro/h beschäftigt wird. Sie erhält monatlich für 16 Stunden 160,- Euro. Vorausgesetzt, dass die Haushaltshilfe auf Vorlage der Lohnsteuerkarte und Aufstockung der Rentenversicherung verzichtet und mit einem weiteren Minijob die 450,- Euro Grenze nicht überschreitet, kämen neben dem Arbeitslohn folgende Abgaben hinzu: Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung (5% = 8,75 Euro), Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung (5% = 8,75 Euro), Pauschale Lohnsteuer, Soli und Kirchensteuer (2% = 3,50 Euro), Umlage 1 (0,7% = 1,23 Euro), Umlage 2 (0,14% = 0,25 Euro), Unfallversicherung (1,6% = 2,80 Euro) Auf das Gehalt von 160 Euro kommen noch 25,28 Euro an Sozialabgaben und Steuern, die der Arbeitgeber zu tragen und abzuführen hat. Die Berechnung erfolgt nicht auf Grundlage des Gehaltes von 160 Euro, sondern von der monatlichen Mindestbeitragsbemessungsgrundlage in Höhe von 175 Euro. Der Arbeitgeber der Reinigungskraft hat eine Gesamtbelastung von 185,28 Euro zu tragen. Die Putzhilfe kann noch einen weiteren Mini-Job bis zu einem monatlichen Gehalt von 290 Euro annehmen, ohne die Grenze von 450,00 Euro zu überschreiten.

Arbeitet sie nebenher auch noch in einem Unternehmen z. B. 6 Stunden wöchentlich für einen Stundenlohn von 12,- Euro, erhält sie aus dieser Beschäftigung 288,- Euro monatlich für 14 Stunden. Auch hier ohne Vorlage der Lohnsteuerkarte und mit Verzicht auf Aufstockung der Rentenversicherung. Mit beiden Minijobs erzielt sie zusammen ein Gesamtgehalt in Höhe von 448 Euro und überschreitet damit nicht die 450 Euro-Grenze. Somit können für ihre beiden Beschäftigungen die Regelungen für Mini-Jobber angewandt werden. Für die Tätigkeit im Unternehmen fallen folgende Abgaben an: Tatsächliche Bemessungsgrundlage 288,00 Euro. Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung (15 % = 43,20 Euro), Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung (13% = 37,44 Euro), Pauschale Lohnsteuer, Soli und Kirchensteuer (2% = 5,76 Euro), Umlage 1 (0,7% = 2,02 Euro), Umlage 2 (0,14 % = 0,40 Euro), Insolvenzgeldumlage (0,15% = 0,43 Euro) Zum Gehalt von 288 Euro kommen bei dieser Tätigkeit noch 89,25 Euro an Sozialabgaben und Steuern, die der Arbeitgeber hier ebenfalls zu tragen und abzuführen hat. Die Berechnung erfolgt nicht aufgrund der monatlichen Mindestbeitragsbemessungsgrundlage in Höhe von 175 Euro, sondern vom tatsächlichen Gehalt von 288 Euro. Das Unternehmen hat somit eine Gesamtbelastung von 377,25 Euro zu tragen. Grundsätzlich besteht für Mini-Jobber Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung, auf die aber auch verzichtet werden kann. Die Aufstockungsbeiträge von 3,9 Prozent bei Mini-Jobbern im betrieblichen Bereich bzw. 13,9 Prozent bei Mini-Jobbern in einem Privathaushalt werden nicht von den Arbeitgebern, sondern allein von den Arbeitnehmern getragen. Die Arbeitgeber führen die Beiträge nur im Namen ihrer Angestellten an den Versicherungsträger ab und reduzieren das Netto-Gehalt entsprechend. Der Aufstockungsbeitrag hat daher keinen Einfluss auf die Gesamtsumme der Abgaben und Steuern.

Verlag Dashöfer, 18.02.2013 | drucken | Ganzer Artikel hier

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