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Leasing-Wirtschaft baut 2013 Marktanteile aus

Die Leasing-Wirtschaft realisiert 2013 Investitionen in Höhe von 48,5 Mrd. Euro. Damit hält die Branche ihr Neugeschäft stabil. „Angesichts der Verunsicherung der Unternehmen und der damit verbundenen Investitionszurückhaltung sind wir mit dem soliden Ergebnis zufrieden“, erklärt Martin Mudersbach, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL). Besonders positiv stimmt die Branche, dass sie ihren Marktanteil 2013 weiter ausbauen konnte. Der Leasing-Anteil an den Ausrüstungsinvestitionen beträgt 23 Prozent. Mudersbach: „Zwar haben die Unternehmen in Deutschland weniger investiert, aber sie haben verstärkt Leasing genutzt.“ Insgesamt bewerkstelligt die Leasing-Wirtschaft 2013 für ihre Kunden Investitionen in Fahrzeuge, Maschinen, IT-Equipment und andere mobile Güter für 46,5 Mrd. Euro (-0,2 Prozent) sowie für 2,0 Mrd. Euro (+5,2 Prozent) in Immobilien. Allerdings bremst der schwache Automarkt das Mobilien-Neugeschäft aus. Denn mit Ausnahme des Fahrzeugleasing wachsen alle übrigen Güter um rund vier Prozent. Das Leasing von Pkw und Nutzfahrzeugen stellt mit fast 70 Prozent den höchsten Anteil am Leasing-Markt. In das neue Jahr schauen die Leasing-Gesellschaften mit Optimismus. Die Ökonomen erwarten ein Wachstum der Ausrüstungsinvestitionen von sieben Prozent. „Wenn diese Prognose eintritt, dann ziehen wir in gleicher Höhe mit“, zeigt sich Mudersbach überzeugt. Trotz der positiven Aussichten beobachtet die Leasing-Wirtschaft seit längerem die Entwicklung der Investitionen mit Sorge.

„Die gesamtwirtschaftliche Investitionsquote in Deutschland ist seit Jahren rückläufig. Im europäischen Vergleich belegen wir einen der unteren Ränge“, erläutert der BDL-Präsident. Die Branche fordert daher, dass die neue Bundesregierung für stabile, verlässliche Rahmenbedingungen sorgt und Anreize schafft, um Investitionen zu fördern. Impulse könnten die Rückbesinnung auf die degressive AfA sowie der Zugang zu Fördermitteln für Leasing-Gesellschaften – gerade im Bereich der Erneuerbaren Energien – geben. Mudersbach: „Über Einzelmaßnahmen hinaus braucht die deutsche Wirtschaft jedoch ein zukunftsweisendes Gesamtkonzept, um die Investitionslücke in Deutschland zu schließen, Bürokratie abzubauen und den Mittelstand zu unterstützen.“ Der BDL-Präsident kritisiert mit Blick auf die Anforderungen der Finanzmarktaufsicht auch die verschlechterten Rahmenbedingungen für Leasing-Gesellschaften. Die Branche werde zunehmend mit aufsichtsrechtlichen Anforderungen und Pflichten und damit auch Kosten belegt, die weder ihrer mittelständischen Struktur, dem Geschäftsmodell noch dem Risikogehalt angemessen seien. Eine beachtliche Zahl von kleinen und mittleren Gesellschaften hat bereits vor dem Kostendruck kapituliert und ihr Geschäft eingestellt. „Es darf nicht sein, dass der Gesetzgeber – wenn auch ungewollt – durch seinen undifferenzierten Regulierungseifer Strukturpolitik betreibt und in Kauf nimmt, dass sich der Leasing-Markt verkleinert und damit auch das Angebot für den Mittelstand eingeschränkt wird.“ Seit langem führe die Leasing-Wirtschaft ihr geringes Risiko in Gesprächen mit der Politik ins Feld.

„Unser Argument wird nun durch eine breit angelegte, europäische Studie eindrucksvoll bestätigt“, führt Mudersbach aus. Das Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte hat im Auftrag des europäischen Leasing-Verbandes Leaseurope 1,5 Mio. Leasing-Verträge von zehn europäischen Leasing-Gesellschaften zwischen 2005 - 2011 untersucht. Leasing-Kunden waren ausschließlich kleine und mittlere Unternehmen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Ausfallraten beim Leasing gering und deutlich niedriger sind als die vergleichbarer Kreditportfolios. Ebenso halten sich die Verluste aufgrund der ausgefallenen Verträge in ausgesprochen engen Grenzen. „Leasing-Gesellschaften verfügen über ein exzellentes Know-how der Objekte und Märkte. Sie können daher die gebrauchten Fahrzeuge, Maschinen oder das IT-Equipment optimal vermarkten“, erläutert Mudersbach. „Die Studie belegt, dass die regulatorischen Anforderungen für die Leasing-Wirtschaft zu hoch sind und an der Marktrealität vorbeigehen.“ Das Neugeschäft mit Pkw und Nutzfahrzeugen geht 2013 um zwei Prozent zurück, stabilisiert sich jedoch im zweiten Halbjahr. Zudem gewinnt die Branche Marktanteile. Denn während laut Kraftfahrzeugbundesamt die Pkw-Neuzulassungen in den ersten neun Monaten um sechs Prozent abnahmen, verringerte sich das Neugeschäft beim Pkw-Leasing im gleichen Zeitraum nur um knapp zwei Prozent – sowohl nach Anschaffungswerten wie auch nach Pkw-Stückzahlen. Das zweitgrößte Objektsegment – der Leasing-Sektor Produktionsmaschinen - verzeichnet ein Plus von vier Prozent.

„Dies ist besonders erfreulich, da die deutschen Maschinenbauer ein leichtes Minus für 2013 erwarten. Auch hier können wir voraussichtlich die Leasing-Quote erhöhen“, führt Mudersbach aus. Das Neugeschäft mit Büromaschinen und EDV stieg ebenfalls überdurchschnittlich um sieben Prozent. „Nachdem im vergangenen Jahr viele IT Investitionen aufgeschoben wurden, boomt das Segment im zweiten Halbjahr regelrecht.“ Beim Immobilien-Leasing wuchs das Neugeschäft mit Handelsobjekten, Geschäfts und Bürogebäuden (+15 Prozent), während das Segment Produktionsgebäude, Lagerhallen, sonstige Bauten um fünf Prozent zurückging. „Das Immobilien-Leasing wird von Big Ticket-Geschäften bestimmt, hier können wenige Verträge die Entwicklung beeinflussen“, erläutert der BDL-Präsident. Eine Tendenz lasse sich daher aus den Ergebnissen nicht ableiten.

PM DL, 21.11.2013 | drucken | Ganze PM hier

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