Informationsdienst Finanzierung für den Mittelstand - 02/13

EU: Ein Drittel aller KMU erhielt 2013 nicht die benötigte Finanzierung
Laut der Erhebung "Access to Finance" über den Zugang zu Finanzierung, deren Ergebnisse Mitte November von der Europäischen Kommission und der Europäischen Zentralbank veröffentlicht wurden, gehört der Zugang zu Finanzmitteln immer noch zu den Hauptsorgen der kleinen und mittelgroßen Unternehmen in der EU. Jüngere und kleinere Unternehmen sind dabei am stärksten betroffen. Etwa ein Drittel der befragten KMU erhielten 2013 nicht die volle Finanzierung in dem Maße, wie sie es vorgesehen hatten, und 15 % der Unternehmen sehen im Zugang zu Finanzmitteln ein erhebliches Problem. Den Unternehmen zufolge haben sich die Bedingungen für die Finanzierung durch Banken 2013 verschlechtert, was Zinsen, Sicherheiten und erforderliche Bürgschaften betrifft. Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission und zuständig für Industrie und Unternehmertum, erklärte dazu: "Seit Beginn der Krise ist immer wieder deutlich geworden, dass KMU vor unverhältnismäßig großen Hindernissen beim Zugang zu der Finanzierung stehen, die sie brauchen, um zu bestehen und zu wachsen. Deshalb haben wir das COSME-Programm geschaffen; einer seiner Schwerpunkte liegt darauf, KMU den Zugang zu Finanzmitteln zu erleichtern. COSME enthält eine Bürgschaftsfazilität für Kredite an KMU in Höhe von bis zu 150.000 EUR und sogar darüber hinaus. Wir rechnen damit, dass von jetzt bis 2020 etwa 344.000 Firmen in der EU durch COSME gedeckte Kredite erhalten werden." Berichte über verweigerte Kredite unterstreichen die allgemein negative Wahrnehmung unter KMU, was die Möglichkeiten der Kreditaufnahme bei Banken betrifft. Insgesamt erhielt etwa ein Drittel der befragten KMU nicht vollständig in dem Maße Finanzierung durch Bankkredite, wie sie es für 2013 geplant hatten. 13 % ihrer Kreditanträge wurden abgelehnt, und 16 % der Unternehmen erhielten weniger, als sie beantragt hatten. Zudem lehnten 2 % ein Kreditangebot einer Bank ab, weil die Bedingungen für sie nicht akzeptabel waren. 7 % der KMU haben sogar nicht einmal einen Kredit beantragt, da sie keine Erfolgschancen sahen. Letzteres gilt besonders für junge Unternehmen: 11 % der Firmen, die zwischen zwei und fünf Jahren bestehen, haben wegen der möglichen Ablehnung erst gar keinen Kredit beantragt. Bei jüngeren und kleineren Unternehmen kommt es häufiger vor, dass sie nur einen Teil der beantragten Finanzmittel erhalten oder dass ihr Antrag komplett zurückgewiesen wird. Die höchsten Ablehnungsquoten sind bei Mikrounternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten (18 %) und bei KMU, die erst seit weniger als zwei Jahren bestehen (28 %), zu verzeichnen. Dagegen wurden lediglich 3 % der Kreditanträge großer Unternehmen (mit 250 oder mehr Beschäftigten) abgelehnt. Als Hindernisse für Unternehmen, die Finanzierung durch die Banken suchen, werden am häufigsten unzureichende Sicherheiten oder andere Anforderungen der Banken wie z. B. Bürgschaften genannt, gefolgt von zu hohen Zinsen. Die Alternative Eigenkapitalfinanzierung wurde im Erhebungszeitraum jedoch nur von 5 % der KMU genutzt. Im Allgemeinen haben KMU bei Gesprächen über Finanzierung weniger Vertrauen in Beteiligungs- und Risikokapitalanleger als in Banken. Die Hauptprobleme bei dieser Art Finanzierung sind, dass sie nur in geringem Maße zur Verfügung steht oder dass der Preis zu hoch ist. Hier setzt das neue COSME-Programm an; es werden Anreize für den Einsatz von Risikokapital geschaffen. 40 % der KMU in Zypern, 32 % in Griechenland, 23 % in Spanien und Kroatien, 22 % in Slowenien sowie 20% in Irland, Italien und den Niederlanden nannten den Zugang zu Finanzmitteln als drängendstes Problem, verglichen mit lediglich 7 % in Österreich, 8 % in Deutschland und 9 % in Polen. Die Ablehnungsquote bei Kreditanträgen war ebenfalls in Griechenland und den Niederlanden am höchsten (31 %), gefolgt von Litauen (24 %). In Irland (16 %), Griechenland und Zypern (15 %) war auch der Anteil der Unternehmen, die wegen mangelnder Erfolgsaussichten erst gar keinen Kredit beantragten, am höchsten. Die Hälfte aller in den letzten zwei Jahren gegebenen Kredite lagen unter 100.000 EUR. KMU sind immer noch stark auf Finanzierung durch die Banken angewiesen. In den letzten beiden Jahren wurden 85 % aller Kredite von Banken gewährt. Mehr als die Hälfte der befragten KMU in der EU nahmen in letzter Zeit ein oder mehrere Bankprodukte in Anspruch: 32 % nutzten Bankkredite und 39 % Bankkreditlinien oder Überziehungsmöglichkeiten. Bankkredite sind die bevorzugte Option für 67 % der Firmen, die externe Finanzierung anstreben, um ihre Wachstumsziele zu verwirklichen. Die Kommission wird die Schwierigkeiten beim Zugang zu Finanzierung mit Hilfe des neuen Programms für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und für KMU (COSME) angehen. Mit einer Laufzeit von 2014 bis 2020 ist COSME das erste Programm der Kommission, das ausschließlich der Unterstützung von KMU dient. Es bietet eine Bürgschaftsfazilität für Kredite an KMU. Die Eigenkapitalkomponente des Programms fördert die Bereitstellung von Risikokapital, wobei der Schwerpunkt auf der Expansions- und Wachstumsphase von KMU liegt. Außerdem werden Anreize für die Beteiligungskapitalfinanzierung geschaffen, eine besonders wichtige Option für junge Unternehmen mit hohem Wachstum.

PM EU-Kommission, 14.11.2013

Guido Mumm: Mittelstand profitiert vom neuen Förderprogramm der Bürgschaftsbanken
Mit einem neuen Förderprogramm unterstützen die Bürgschaftsbanken Leasing-Investitionen von kleinen und mittleren Unternehmen. Das Pilotprojekt startet im Januar 2014 und läuft über drei Jahre. Insgesamt stehen 120 Millionen Euro für Bürgschaften zur Verfügung, mit denen Leasing-Investitionen von insgesamt bis zu 400 Millionen Euro verbürgt werden können. Das Programm wurde vom Verband Deutscher Bürgschaftsbanken in Kooperation mit dem Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen entwickelt. „Das neue Programm ist für Leasing-Gesellschaften ein nützliches Instrument zur Refinanzierung von Leasing-Geschäften mit kleinen und mittleren Unternehmen“, erläutert Martin Mudersbach, Präsident des BDL. Von 2014 bis 2016 können pro Unternehmen für Projekte bis zu 500.000 Euro Bürgschaften vergeben werden. Die Bürgschaftsbanken übernehmen dabei 30 oder 60 Prozent des Risikos und nutzen Rückbürgschaften des „European Investment Fund – EIF“, der die Mittel aus dem europäischen CIP Programm (Competitiveness Innovation Framework Programme) bezieht. „Unser Ziel ist es, Leasing und Bürgschaften intelligent zu verzahnen und Synergien zu schaffen, um so die Investitions- und Finanzierungsmöglichkeiten kleiner und mittlerer Unternehmen zu verbessern“, erklärt Dr. Stefan Papirow, Vorsitzender des VDB. Gerade kleinere Unternehmen wie Handwerkerbetriebe, Gewerbetreibende und Dienstleister stünden dem Leasing immer aufgeschlossener gegenüber, so Guido Mumm, Geschäftsführer der Hürther AKIS-GmbH, eine im Bereich Spezialfinanzierungen federführende exklusive Partnerin der Deutschen Leasing AG . Diese Kunden könnten mit dem Programm bei ihren Investitionen künftig noch besser unterstützt werden, da die Leasing-Gesellschaften diese Geschäfte mit Bürgschaften leichter refinanzieren könnten. Jedes Jahr werden etwa 1,5 Millionen Leasing-Verträge neu geschlossen, rund 85 Prozent davon mit mittelständischen Kunden, so Mumm weiter. Die AKIS-GmbH entwickelt maßgeschneiderte Finanzierungskonzepte für Kommunen und KMU. Der Finanzierungsexperte erwartet von dem neuen Förderprogramm wichtige Impulse auch für Start-Up-Unternehmen. Ein Schwerpunkt der Tätigkeit der Bürgschaftsbanken ist die Förderung von Existenzgründungen und Unternehmensnachfolgen. Häufig fehlt Existenzgründern für Leasing-Finanzierungen die entsprechende Bonität. Beim neuen Programm verbürgen sich die Bürgschaftsbanken nun auch für diese Gründer.

Haufe, 22.11.2013

Minderwertausgleich ist nicht umsatzsteuerpflichtig
Solche Fälle sind an der Tagesordnung: Bei der Rückgabe des Leasing-Wagens verlangt der Leasing-Geber Minderwertausgleichsahlungen aufgrund des Fahrzeugzustands – sei es, weil mehr Kilometer gefahren sind als vereinbart waren, sei es aufgrund überdurchschnittlicher Abnutzung, sei es wegen Beschädigungen. Zum einen kommt es dabei oft zu Streitigkeiten, zum anderen war bislang auch unklar, ob auf den Minderwertausgleich Umsatzsteuer anfällt oder nicht. In der Vergangenheit hat der Bundesgerichtshof Privatpersonen sowie Kleinunternehmern und Selbstständigen das Recht gegeben, die Zahlung der Umsatzsteuer zu verweigern. Mittlerweile hat der Bundesfinanzhof in seiner Entscheidung vom 20. März 2013 entschieden, dass auf den Minderwertausgleich generell keine Umsatzsteuer anfällt. Begründet wird dies damit, dass es sich bei diesem Ausgleich um einen nicht umsatzsteuerbaren echten Schadensersatz handelt: Es fehlt an einem Leistungsaustausch im umsatzsteuerrechtlichen Sinn.

ITK-Magazin, 12.11.2013

Dienstwagen wichtiger als die Kantine
Gesundheitsvorsorge und Kantinenessen sind out. Ein schicker Dienstwagen macht einfach mehr her, finden viele Deutsche. Warum das Auto Lockmittel Nummer Eins auf dem Arbeitsmarkt ist. Im autovernarrten Deutschland waren Dienstwagen schon immer ein beliebtes Argument in Unternehmen, um qualifizierte Mitarbeiter zu binden. Erstaunlich ist: Allen Nachhaltigkeitstrends zum Trotz wächst die Bedeutung sogar noch. Darauf deutet eine Studie zu Gehaltsnebenleistungen hin, für die die Personalberatung Aon Hewitt regelmäßig Unternehmen verschiedener Branchen befragt. Haben Personalverantwortliche im Jahr 2011 noch Verpflegungsleistungen wie Freigetränke oder eine Kantine als am wichtigsten bewertet, halten sie nun Dienstwagen für das wirksamste Lockmittel - weit vor Weiterbildungsmöglichkeiten oder der Gesundheitsvorsorge. Ganz auf Dienstfahrzeuge verzichtet nur eine der 54 befragten Firmen. „Die jüngere Generation legt zwar weniger Wert auf Autos, die Nachwuchskräfte sind oft aber noch gar nicht berechtigt, einen Dienstwagen zu bekommen“, erklärt Marco Reiners, Vergütungsexperte bei Aon Hewitt. „Für aktuelle Führungskräfte ist das Auto nach wie vor ein wichtiges Statussymbol.“ Aus Unternehmenssicht sei das Instrument wegen der absetzbaren Betriebskosten besonders steuereffizient. „Anders als im Ausland hat deswegen meist auch das mittlere Management noch einen Anspruch“, sagt Reiners. Auch wer in der Hierarchie weiter unten steht, kommt immer öfter an einen Unternehmenswagen: Eine wachsende Zahl von Arbeitgebern gibt Einkaufskonditionen an Mitarbeiter weiter, die per Entgeltumwandlung den Großteil der Kosten aber selbst tragen. Von der ungebremsten Beliebtheit der Firmenwagen profitieren vor allem deutsche Hersteller. Das zeigt eine Analyse von Compensation-Online, die auf der Gehaltsdatenbank des Dienstleisters Personalmarkt beruht: Danach fährt jeder zweite Dienstwagenberechtigte einen VW oder Audi, auf den weiteren Plätzen folgen die Marken BMW und Mercedes.

Handelsblatt, 07.11.2013

Leasing-Wirtschaft baut 2013 Marktanteile aus
Die Leasing-Wirtschaft realisiert 2013 Investitionen in Höhe von 48,5 Mrd. Euro. Damit hält die Branche ihr Neugeschäft stabil. „Angesichts der Verunsicherung der Unternehmen und der damit verbundenen Investitionszurückhaltung sind wir mit dem soliden Ergebnis zufrieden“, erklärt Martin Mudersbach, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL). Besonders positiv stimmt die Branche, dass sie ihren Marktanteil 2013 weiter ausbauen konnte. Der Leasing-Anteil an den Ausrüstungsinvestitionen beträgt 23 Prozent. Mudersbach: „Zwar haben die Unternehmen in Deutschland weniger investiert, aber sie haben verstärkt Leasing genutzt.“ Insgesamt bewerkstelligt die Leasing-Wirtschaft 2013 für ihre Kunden Investitionen in Fahrzeuge, Maschinen, IT-Equipment und andere mobile Güter für 46,5 Mrd. Euro (-0,2 Prozent) sowie für 2,0 Mrd. Euro (+5,2 Prozent) in Immobilien. Allerdings bremst der schwache Automarkt das Mobilien-Neugeschäft aus. Denn mit Ausnahme des Fahrzeugleasing wachsen alle übrigen Güter um rund vier Prozent. Das Leasing von Pkw und Nutzfahrzeugen stellt mit fast 70 Prozent den höchsten Anteil am Leasing-Markt. In das neue Jahr schauen die Leasing-Gesellschaften mit Optimismus. Die Ökonomen erwarten ein Wachstum der Ausrüstungsinvestitionen von sieben Prozent. „Wenn diese Prognose eintritt, dann ziehen wir in gleicher Höhe mit“, zeigt sich Mudersbach überzeugt. Trotz der positiven Aussichten beobachtet die Leasing-Wirtschaft seit längerem die Entwicklung der Investitionen mit Sorge. „Die gesamtwirtschaftliche Investitionsquote in Deutschland ist seit Jahren rückläufig. Im europäischen Vergleich belegen wir einen der unteren Ränge“, erläutert der BDL-Präsident. Die Branche fordert daher, dass die neue Bundesregierung für stabile, verlässliche Rahmenbedingungen sorgt und Anreize schafft, um Investitionen zu fördern. Impulse könnten die Rückbesinnung auf die degressive AfA sowie der Zugang zu Fördermitteln für Leasing-Gesellschaften – gerade im Bereich der Erneuerbaren Energien – geben. Mudersbach: „Über Einzelmaßnahmen hinaus braucht die deutsche Wirtschaft jedoch ein zukunftsweisendes Gesamtkonzept, um die Investitionslücke in Deutschland zu schließen, Bürokratie abzubauen und den Mittelstand zu unterstützen.“ Der BDL-Präsident kritisiert mit Blick auf die Anforderungen der Finanzmarktaufsicht auch die verschlechterten Rahmenbedingungen für Leasing-Gesellschaften. Die Branche werde zunehmend mit aufsichtsrechtlichen Anforderungen und Pflichten und damit auch Kosten belegt, die weder ihrer mittelständischen Struktur, dem Geschäftsmodell noch dem Risikogehalt angemessen seien. Eine beachtliche Zahl von kleinen und mittleren Gesellschaften hat bereits vor dem Kostendruck kapituliert und ihr Geschäft eingestellt. „Es darf nicht sein, dass der Gesetzgeber – wenn auch ungewollt – durch seinen undifferenzierten Regulierungseifer Strukturpolitik betreibt und in Kauf nimmt, dass sich der Leasing-Markt verkleinert und damit auch das Angebot für den Mittelstand eingeschränkt wird.“ Seit langem führe die Leasing-Wirtschaft ihr geringes Risiko in Gesprächen mit der Politik ins Feld. „Unser Argument wird nun durch eine breit angelegte, europäische Studie eindrucksvoll bestätigt“, führt Mudersbach aus. Das Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte hat im Auftrag des europäischen Leasing-Verbandes Leaseurope 1,5 Mio. Leasing-Verträge von zehn europäischen Leasing-Gesellschaften zwischen 2005 - 2011 untersucht. Leasing-Kunden waren ausschließlich kleine und mittlere Unternehmen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Ausfallraten beim Leasing gering und deutlich niedriger sind als die vergleichbarer Kreditportfolios. Ebenso halten sich die Verluste aufgrund der ausgefallenen Verträge in ausgesprochen engen Grenzen. „Leasing-Gesellschaften verfügen über ein exzellentes Know-how der Objekte und Märkte. Sie können daher die gebrauchten Fahrzeuge, Maschinen oder das IT-Equipment optimal vermarkten“, erläutert Mudersbach. „Die Studie belegt, dass die regulatorischen Anforderungen für die Leasing-Wirtschaft zu hoch sind und an der Marktrealität vorbeigehen.“ Das Neugeschäft mit Pkw und Nutzfahrzeugen geht 2013 um zwei Prozent zurück, stabilisiert sich jedoch im zweiten Halbjahr. Zudem gewinnt die Branche Marktanteile. Denn während laut Kraftfahrzeugbundesamt die Pkw-Neuzulassungen in den ersten neun Monaten um sechs Prozent abnahmen, verringerte sich das Neugeschäft beim Pkw-Leasing im gleichen Zeitraum nur um knapp zwei Prozent – sowohl nach Anschaffungswerten wie auch nach Pkw-Stückzahlen. Das zweitgrößte Objektsegment – der Leasing-Sektor Produktionsmaschinen - verzeichnet ein Plus von vier Prozent. „Dies ist besonders erfreulich, da die deutschen Maschinenbauer ein leichtes Minus für 2013 erwarten. Auch hier können wir voraussichtlich die Leasing-Quote erhöhen“, führt Mudersbach aus. Das Neugeschäft mit Büromaschinen und EDV stieg ebenfalls überdurchschnittlich um sieben Prozent. „Nachdem im vergangenen Jahr viele IT Investitionen aufgeschoben wurden, boomt das Segment im zweiten Halbjahr regelrecht.“ Beim Immobilien-Leasing wuchs das Neugeschäft mit Handelsobjekten, Geschäfts und Bürogebäuden (+15 Prozent), während das Segment Produktionsgebäude, Lagerhallen, sonstige Bauten um fünf Prozent zurückging. „Das Immobilien-Leasing wird von Big Ticket-Geschäften bestimmt, hier können wenige Verträge die Entwicklung beeinflussen“, erläutert der BDL-Präsident. Eine Tendenz lasse sich daher aus den Ergebnissen nicht ableiten.

PM DL, 21.11.2013

Effiziente Beleuchtung rechnet sich für Unternehmen
Mit der Winterzeit und dem früheren Eintritt der Dunkelheit steigt der Stromverbrauch für elektrische Beleuchtung. Dabei lohnt es sich für Unternehmen auf moderne Lichttechnik und deren intelligente Steuerung zu setzen, denn durch ihren Einsatz ließen sich bei Bürogebäuden deutschlandweit jährlich Stromkosten in Höhe von rund 500 Millionen Euro einsparen. Der Online-Ratgeber der Initiative Energie Effizienz berechnet Einsparpotenziale und gibt Handlungsempfehlungen. Doch vielfach erschließen Unternehmen die Einsparpotenziale nicht konsequent genug. Die Initiative Energie Effizienz der Deutschen Energie-Agentur (dena) stellt unter www.lotse-innenbeleuchtung.de ein Online-Tool bereit, mit dem Unternehmen ihre Beleuchtungssituation überprüfen und Maßnahmen zur Reduzierung der Kosten einschätzen können. Der Online-Ratgeber bietet Unternehmen eine individuelle Berechnung ihrer Einsparpotenziale sowie konkrete Handlungsempfehlungen für eine wirtschaftlich optimierte Modernisierung der Beleuchtungsanlagen. Der Lotse zeigt zum Beispiel, wie durch den Einsatz hocheffizienter LED-Beleuchtungsanlagen mit Lichtsteuerung die Energieeffizienz der Innenbeleuchtung von Gebäuden systematisch gesteigert werden kann. Moderne energieeffiziente Beleuchtungssysteme können den Stromverbrauch und damit die Stromkosten deutlich senken. Ein Unternehmen mit einer Bürofläche von 1.000 Quadratmetern kann durch den Austausch seiner 25 Jahre alten Beleuchtungsanlage gegen ein modernes Lichtsystem mehr als 6.800 Euro Stromkosten im Jahr einsparen. Investitionen in eine neue Beleuchtung rechnen sich daher oft schon nach wenigen Jahren. Das gemeinsam mit dem Zentralverband Elektrotechnik und Elektronikindustrie e. V. (ZVEI) entwickelte Informationsangebot "Lotse energieeffiziente Innenbeleuchtung" ist kostenfrei.

Mittelstand-Direkt, 11.11.2013

Draghi räumt ein: EZB diskutiert erstmals Negativ-Zinsen
Der unter dem Leitzins liegende Einlagesatz könnte auf minus 0,1 Prozent sinken. Das wäre ein Strafzins für jene Banken, die ihr Geld lieber bei der EZB parken, als Kredite zu vergeben. Momentan liegt der Einlagezins bei null Prozent. Die EZB nähert sich langsam, aber sicher dem Thema Zinsen an. EZB-Chef Draghi sagte jetzt, auf der letzten Ratssitzung, Anfang November sei über einen negativen Einlagezins diskutiert worden. Allerdings gebe es seither nichts Neues zu berichten, sagte Draghi. Die Agentur Bloomberg hatte unter Berufung auf zwei mit den Debatten in der Notenbank vertrauten Personen in Erfahrung gebracht, der unter dem Leitzins liegende sogenannte Einlagesatz könne auf minus 0,1 Prozent von derzeit 0,0 Prozent gekappt werden. Dies käme de facto einem Strafzins für jene Banken gleich, die Geld wegen der andauernden Vertrauenskrise im Finanzsektor lieber sicher bei der EZB parken, statt Kredite zu vergeben. Der Einlagezins in der Euro-Zone liegt bereits bei null Prozent, während der Leitzins bei 0,25 Prozent steht. Bei der letzten Zinssenkung im November hatte die Notenbank bereits darauf verzichtet, den Einlagezins ebenfalls zu senken. Geldhändler verweisen darauf, dass es in der Euro-Zone keine Erfahrung mit negativen Zinsen gibt.

DWN, 21.11.2013

BITKOM: Zwei Drittel aller Bürger würden sich Elektro-Autos zulegen
Zwei Drittel der Deutschen (65 Prozent) würden sich ein batteriebetriebenes Auto zulegen. Allerdings knüpfen sie das meist an Bedingungen. So dürften die gesamten Kosten nicht höher liegen (40 Prozent) oder der gleiche Komfort müsste gewährleistet sein wie bei einem herkömmlichen Fahrzeug (32 Prozent). 29 Prozent der Bürger lehnen Elektro-Autos aber entschieden ab. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM. „Um Deutschland langfristig zu einem Leitmarkt für Elektro-Autos zu machen, muss Elektromobilität als Teil eines intelligenten Verkehrsnetzes und Energiesystems verstanden werden“, sagt BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Statt isolierter Systeme und Technologien brauche es einen ganzheitlichen Ansatz. „E-Mobility und Smart Grids sollten gemeinsam konzeptuell entwickelt werden – bis dato laufen sie leider weitgehend losgelöst voneinander.“ So müsse die Stromversorgung der Autos mit Hilfe von IT intelligent gesteuert und in bestehende Energienetze integriert werden. Elektromobilität bedeutet weit mehr, als den Otto- oder Dieselmotor durch den Elektromotor und den Tank durch die Batterie zu ersetzen. Immer mehr Fahrzeuge sind per Internet mit ihrer Umgebung und anderen Autos vernetzt und tauschen ständig Informationen aus – etwa über Parkplätze, Staus und Unfallgefahren. Die Bundesbürger wollen dabei ein stärkeres Engagement der öffentlichen Hand für den Verkehr der Zukunft. Laut Umfrage fordern 78 Prozent höhere Investitionen in intelligente Verkehrssysteme, um das Autofahren umweltfreundlicher, stressfreier und sicherer zu machen. Laut den Plänen der Bundesregierung sollen im Jahr 2020 eine Million Elektro-Autos auf Deutschlands Straßen fahren.

PM BITKOM, 30.10.2013