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Eingefroren: Industrie setzt Kapital nicht effizient ein

Die deutsche Industrie setzt ihr Kapital nach Auffassung von Siemens Financial Services nicht effizient ein. In einer Studie beziffert das Unternehmen das "eingefrorene" Kapital im Jahr 2009 auf zehn Mrd. Euro. Mit alternativen Finanzierungslösungen wie Leasing oder Mietkauf könnte dieser Schatz gehoben, das gebundene Kapital in liquide Mittel umgesetzt werden. Das würde auch die finanzielle Flexibilität der Unternehmen in der aktuellen konjunkturellen Phase beträchtlich erhöhen. "Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise setzen die deutschen Industrieunternehmen unter einen massiven Effizienzdruck", urteilt Kai Otto Landwehr, Vorsitzender der Geschäftsführung der Siemens Finance & Leasing GmbH. Mit einer alternativen Anlagenfinanzierung könnten Unternehmen auf die Herausforderung reagieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern. Industrieunternehmen in Deutschland haben die Zeichen der Zeit erkannt. Denn im Vergleich zum Jahr 2008 ist das gebundene Kapital bereits um 20 Prozent gesunken. Damit sei es Unternehmen in der Bundesrepublik schneller als anderen gelungen, das Kapital effizienter zu nutzen. In der Studie wurden auch die Märkte in Frankreich, Großbritannien, Polen, Türkei und China untersucht. Das im verarbeitenden Gewerbe dieser Länder gebundene Kapital wird auf 110 Mrd. Euro (2009) geschätzt, was im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von drei Prozent bedeutet. Die Leasing-Wirtschaft will ihr Geschäft wieder ankurbeln. Durch die Finanzkrise ist das Neugeschäft im vergangenen Jahr um 23 Prozent zurückgegangen. Zudem setzen der Branche verschlechtere Refinanzierungsbedingungen zu. Banken wie die HSH Nordbank haben sich komplett aus der Leasing-Finanzierung zurückgezogen. Doch Besserung scheint in Sicht.

Handelsblatt | 11.05.2010 | drucken | Ganzer Artikel hier

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