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Mangelndes Verständnis führt in die Klemme

Auch wenn die jüngsten Zahlen der Bundesbank hinsichtlich der Vergabe von Krediten nach Aussage des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWI) eine erfreu­liche Tendenz zeigten, scheinen sich die Banken generell weiterhin zurückhaltend zu geben, wenn es um IT-Finanzierung geht. Das könnte entscheidend daran liegen, dass die „Kredit“-Institute diese Investitionen und den daraus resultierenden Wert für die Unternehmen schwer einzuschätzen wissen. Beim Bundeswirtschaftsministerium (BMWI) zeigt man sich zwar verhalten zuversichtlich, dass es zu einer Stabilisierung der Kreditvergabebedingungen kommen werde, was durch die Ergebnisse einer Umfrage der Europäischen Union gestützt werde: „Wenn sich die wirtschaftliche Erholung fortsetzt, kann zum Jahresende mit einer merklichen Belebung der Kreditvergabe gerechnet werden. Dies begünstigt auch IT-Investitionen“, folgert Rainer Wendt vom BMWI. Andererseits ist es seines Erachtens jetzt wichtig, dass man die Kreditvergabemöglichkeiten der Banken, die im Zuge der Finanzmarktstabilisierungsmaßnahmen verbessert werden sollten, genau im Auge behalte. Die KfW stellt fest, dass sich die Finanzierungssituation der Unternehmen in Deutschland aufgrund der weltweiten Wirtschaftskrise deutlich angespannter darstelle als in den zurückliegenden Jahren. Dann jedoch folgen zwei Einschränkungen, die eine Einordnung der Lage schwer machen: Zum einen erscheint die Situation laut KfW-Unternehmensbefragung nicht so kritisch wie in den Jahren 2002/03, so dass eine allgemeine Kreditklemme nicht vorliege. Auf der anderen Seite meldeten aber die Hälfte der kleinen Unternehmen mit einem Jahresumsatz bis zu einer Mio. Euro sowie 36 Prozent der größeren Unternehmen mit über 50 Mio. Jahresumsatz Verschlechterungen beim Zugang zu Krediten. Generell scheint es so zu sein, dass die Banken IT-Investitionen stets zurückhaltend gegenüberstanden – vor allem im Mittelstand. Branchenkenner begründen dies damit, dass diese Investitionsobjekte aus Sicht der Banken keine Sicherheit darstellten und somit als Blankokredite betrachtet würden. Infolge der Krise kam dann hinzu, dass mittelständische Unternehmen in bestimmten Branchen nicht mehr mit Darlehen oder Leasing versorgt wurden bzw. das bisherige Engagement nicht ausgebaut wurde. Gleichzeitig seien an die betroffenen Unternehmen höhere Kreditvergabemaßstäbe angelegt worden, die diese nicht mehr erfüllen konnten. „Es werden heute noch der Fuhrpark, die Produktions- oder die Baumaschinen finanziert; bei IT jedoch waren die institutionellen Finanzierungsdienstleister immer schon zurückhaltend,“ so Guido Mumm, Geschäftsführer des in Alt-Hürth ansässigen Leasingunternehmens AKIS GmbH. Sein Unternehmen kooperiert mit der Leasing Gesellschaft der Sparkassen - der Deutschen Leasing (DL) und konzentriert sich vor allem auf die Belange von Klein- und Mittelständischen Unternehmen (KMU).  Die Hürther Finanzierungsexperten der AKIS verwundert es nicht, dass KMU zunehmend auf alternative Finanzierungsformen zurückgreifen. „Wir bieten unseren Kunden gerade auch bei IT-Investitionen maßgeschneiderte, auf ihre speziellen Bedürfnisse und Anforderungen abgestimmte Lösungen“, so Mumm.  Die Zeiten, in denen Mittelständler ihre Hard- und Software selbst kaufen, sind seiner Meinung nach vorbei. Er sieht Leasing in der Gunst der Anwender derzeit als die am häufigsten nachgefragte Finanzierungsform, auch  weil der Kunde anders als bei starren Abschreibungszeiten die Leasingraten auf bis zu sieben Jahre verteilen und somit Kosten, Gewinne und Steuerquoten beeinflussen kann.

IT-Mittelstand/MR | 01.07.2010 | drucken | Ganzer Artikel hier

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