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Studie: Familienunternehmen kommen besser durch die Wirtschaftskrise

In schlechten Zeiten helfen langfristige Orientierung, Unternehmenskultur, motivierte Mitarbeiter und hohe Eigenkapitalquote. Familienunternehmen bewältigen die Wirtschaftskrise besser als börsennotierte Unternehmen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie „Familienunternehmen 2010/2011“ des Beratungshauses Auxilion. 87 Prozent der Befragten sagen, dass Familienunternehmen resistenter gegenüber Wirtschaftsabschwüngen sind, weil sie sich durch eine Reihe von Eigenschaften auszeichnen. Gefragt nach den Merkmalen von Familienunternehmen, die verantwortlich für die besondere Krisenresistenz von Familienunternehmen sind, heben 93 Prozent der Befragten die langfristige Orientierung der Familienunternehmen hervor. Da sie meist nicht an der Börse gehandelt werden, handeln Familienunternehmen nicht nach dem Shareholder-Value-Ansatz. Im Gegensatz zu börsennotierten Unternehmen müssen sie somit nicht den Unternehmenswert nach oben treiben oder kurzfristige Anlegeransprüche bedienen. Vielmehr steht die Sicherung des Unternehmens für die nächste Generation im Mittelpunkt – das verleiht Familienunternehmen Stabilität, besonders in wirtschaftlich widrigen Zeiten. 84 Prozent der Befragten betonen die ausgeprägte Unternehmenskultur, die Familienunternehmen in der Wirtschaftskrise stark macht. In Familienunternehmen ist das Bewusstsein, das Führung und Mitarbeiter verbindet, in besonderer Weise geprägt von Werten und Idealen und einem fairen Miteinander. Eine wichtige Rolle spielt dabei häufig der Unternehmer, der als Leitfigur das Wertesystem seines Unternehmens vorlebt und prägt. Einher mit der Unternehmenskultur geht die starke Verbundenheit der Beschäftigten mit ihrem Arbeitgeber. 73 Prozent der Befragten sagen, dass die Beschäftigten in Familienunternehmen eher bereit sind, sich mit eigenen Opfern an der Bewältigung der Krise zu beteiligen als in börsennotierten Unternehmen. Dieser Gemeinsinn beruht unter anderem darauf, dass Mitarbeiter in Familienunternehmen eine höhere Eigenverantwortung übertragen bekommen als in kapitalmarktorientierten Unternehmen und somit dem Unternehmen stärker verbunden sind. Zudem schätzen sie die soziale Verantwortung, die ihr Arbeitgeber in wirtschaftlich schwierigen Zeiten für sie übernimmt. Ein wesentlicher Faktor für die Krisenresistenz der Familienunternehmen ist für 69 Prozent der Befragten zudem die hohe Eigenkapitalquote der Familienunternehmen. In ihrem Bestreben nach Unabhängigkeit bauen Familienunternehmen mehr Eigenkapital auf, um sich der Abhängigkeit von Fremdkapitalgebern zu entziehen. Somit leiden sie bei zyklischen Zinsentwicklungen weit weniger als Unternehmen, die sich über die Kapitalmärkte oder Bankdarlehen finanzieren.

PM Auxilion | 26.05.2010 | drucken | Ganzer Artikel hier

INFO

Befragt wurden 127 Führungskräfte deutscher Familienunternehmen sowie von Kapitalgesellschaften mit breit gestreuten Eigentumsanteilen. Die Studie ist eine Stichprobe aus der betrieblichen Praxis. Sie spiegelt eine Grundstimmung wider, aus der sich bestimmte Rückschlüsse ziehen lassen.

 

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